Border Collie liegt auf Untersuchungstisch und schaut in die Kamera. Im Hintergrund steht ein Tierarzt.

Foto: mad_production/stock.adobe

Den richtigen Tierarzt finden

Irgendwann steht für jeden Hund ein Besuch beim Tierarzt an. Dazu muss er nicht einmal krank sein. Für Impfungen und Routineuntersuchungen sollte er schon im jungen Alter in die Praxis. Tierarzt ist aber nicht gleich Tierarzt: Bei der Wahl des Ansprechpartners gibt es einige Punkte zu beachten.

 

Ein unverbindlicher Termin verschafft einen Überblick

Grundsätzlich können Hundehalter davon ausgehen, dass alle in Deutschland ansässigen und praktizierenden Tierärzte eine umfassende Ausbildung erhalten haben und entsprechend kompetent sind. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Tierarzt gleich arbeitet. Manche Praxen spezialisieren sich auf bestimmte Tierarten, während andere sich allgemein ausrichten. Da Hunde sehr häufige Patienten in der Tierarztpraxis sind, ist zu erwarten, dass sich die meisten Mediziner mit den Vierbeinern auskennen. Die Eigenarten der einzelnen Rassen dagegen sind wieder eine andere Geschichte.

Es ist ratsam, einen unverbindlichen Termin zu vereinbaren und den Hund direkt mitzubringen. Auf diese Weise können sowohl der Hund als auch der/die Besitzer:in die Praxis und das Team kennenlernen. In einem umfassenden Gespräch und eventuell einer Routineuntersuchung kann der/die Hundehalter:in beobachten, wie der Arzt/die Ärztin mit dem Tier umgeht und ob „die Chemie stimmt“. Letzteres sollte keinesfalls unterschätzt werden: Sowohl Mensch als auch Tier sollten sich in der Praxis gut aufgehoben fühlen. Ist dies nicht der Fall, nutzt es auch nichts, wenn der Tierarzt/die Tierärztin überaus kompetent ist und vielleicht sogar zahlreiche Fortbildungen absolviert hat.

Naturgemäß haben viele Hunde zunächst einmal Angst, wenn es zum Tierarzt geht. Fachleute raten dazu, das Tier wenn möglich bereits im Welpenalter mit in die Praxis zu nehmen, ohne dass unangenehme Untersuchungen stattfinden. Stattdessen kann der Hund sich mit den Räumlichkeiten und den Gerüchen vertraut machen. Gibt es dazu Streicheleinheiten und ein Leckerli, verbinden insbesondere junge Hunde die Arztpraxis mit einer positiven Erfahrung und haben später weniger Probleme, wenn einmal ein Termin erforderlich ist. Wie sich der Hund beim Arztbesuch verhält, hängt aber auch vom Charakter des Tieres sowie von der Erziehung ab.

Wichtig: klare und offene Kommunikation

In der Tiermedizin gibt es, wie in der Humanmedizin auch, viele Fachbegriffe, die für Laien nicht immer einfach verständlich sind. Daher ist es wichtig, dass der behandelnde Tierarzt/die behandelnde Tierärztin klar und deutlich kommuniziert, was dem Hund fehlt. Dabei muss es natürlich auch darum gehen, welche Behandlungen und Medikamente erforderlich sind und welche Kosten anfallen.

Auch eine Beratung zu einer Hundekrankenversicherung sollte möglichst objektiv stattfinden: Wer seinen Hund bei Krankheit und OP versichern möchte, sollte über alle Vor- und Nachteile eines solchen Versicherungsschutzes informiert werden. Unter keinen Umständen darf der/die Mediziner:in dabei für einen bestimmten Anbieter werben oder versuchen, Hundehaltern eine Versicherung aufzudrängen.

Natürlich ist es nicht nur wichtig, dass der Tierarzt/die Tierärztin alle Behandlungsschritte und Prognosen offen kommuniziert. Auch ein gewisses Einfühlungsvermögen sollte er/sie mitbringen. Besonders bei schweren Erkrankungen oder im Fall eines Abschiednehmens in der Praxis darf das Tierarztteam keinesfalls unsensibel agieren. Vielmehr sollte sowohl auf die Bedürfnisse des Tieres als auch der Menschen eingegangen werden und auch in stressigen Situationen der Umgang angemessen sein.

Die Tiermedizin entwickelt sich ständig weiter und wird immer besser – da kann kein:e Tierarzt/Tierärztin alles wissen. Darum gehört es ebenfalls zu den nötigen Kompetenzen, wenn nötig Tier und Halter:in an eine:n Spezialistin/Spezialisten zu überweisen. Konnte zum Beispiel nach mehreren Wochen eine Ohrenentzündung nicht geheilt werden, sollte der nächste Schritt ein Besuch bei einer auf Veterinärdermatologie spezialisierte Praxis sein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.